Wie passe das Bibelwort „Du sollst nicht töten“ (2. Mose 20,13) als Predigtgrundlage in den festlichen Rahmen eines Gottesdienstes mit Segenspendung zur Silberhochzeit? Mit dieser scheinbar provokanten Frage begrüßte der Bezirksvorsteher des Bezirks Saar-Pfalz, Bezirksevangelist Klaus Dieter Weller, die 126 Gottesdienstbesucher am Sonntag, dem 30. August 2026 in der Kirche in Saarbrücken. Familie und Gäste des Saarbrücker Vorstehers, Priester Didier Reiser, und seiner Ehefrau, Priesterin Sandra Reiser, hatten sich mit der Gemeinde versammelt, um das Ehejubiläum der beiden zu feiern.
Was auf den ersten Blick widersprüchlich wirken mochte, brachte Bezirksevangelist Klaus Dieter Weller schnell in den Zusammenhang: Im Licht der Bergpredigt beginne das Gebot bereits bei der inneren Haltung und Gedanken. Somit sei das Bibelwort sehr wohl thematisch in den Kontext einer Beziehung einzuordnen.
Nein zur Gewalt – Ja zum Leben
Der Fokus sei nicht ausschließlich auf körperliche Gewalt zu setzen, sondern vor allem auf die Vermeidung emotionaler Verletzungen – ein Nein zur Gewalt! Entscheidend sei, wie man übereinander denke und rede. Mache man sein Gegenüber groß oder klein? In Bezug auf die menschliche Unvollkommenheit wurde auch angeregt, die eigene Vergebungsbereitschaft zu reflektieren. Abschließend lud Bezirksevangelist Weller dazu ein, lebensbejahende Christen zu sein, die den anderen groß machen und Gutes tun – ein Ja zum Leben!
Priester Joachim Hauser, Vorsteher der Gemeinde Dillingen, griff diesen Gedanken in der Co-Predigt auf: Den anderen sinnbildlich auf ein „Podest“ zu stellen, um ihn groß zu machen. Mit dem Hinweis auf die menschliche Fehlbarkeit schlug er zugleich den Bogen zur anschließenden Sündenvergebung und zur Feier des Heiligen Abendmahls.
Alle eure Sorge werfet auf ihn – Segen zur Silberhochzeit
Eingestimmt durch den Liedbeitrag des Chores „Alle eure Sorge werfet auf ihn“ (Chormappe 153) trat das Silberhochzeitspaar an den Altar. Klaus Dieter Weller gab ihnen ein Grußwort aus Philipper 4,6+7 mit: „Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“ Das Leben sei in 25 Ehejahren nicht immer sorgenfrei gewesen. Dennoch hätten beide, auch in ihrem seelsorgerischen Dienst in der Gemeinde, den Blick stets auf Christus gerichtet, erklärte der Bezirksvorsteher mit großer Dankbarkeit. Auch in Zukunft werde Gott für sie sorgen und sie dürften ihre Anliegen vertrauensvoll in seine Hände legen. Im Anschluss empfingen Didier und Sandra den Segen zum Ehejubiläum – ein Ja zur Liebe!
Ein Abschied
Nach dem Gottesdienst verabschiedete Priester Reiser die Saarbrücker Diakonin Lara Velten, die zum Studium ins Ausland ziehen wird. Sie sei "ein Kind der Gemeinde" und habe ihre Fähigkeiten auf vielfältige Weise in das Gemeindeleben eingebracht, so als Geistliche, in der Musik und als Verantwortliche für die Kinderseelsorge.
Ja zur Gemeinschaft
Das Jubelpaar, der Chor und viele Gottesdienstbesucher vereinten ihre Stimmen zum gemeinsamen Schlusslied „Der Herr ist mein Licht“ (Chormappe 162). Der Festtag klang harmonisch aus – alle Gottesdienstbesucher, Freunde und Gäste waren zu Snacks und einem Umtrunk eingeladen. Das bot reichlich Gelegenheit für persönliche Gratulationen, herzliche Begegnungen und frohen Austausch.
4. September 2026
Text:
Isabell Hauser
Fotos:
Pascal Reiser
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