Auf den ersten Blick sah am 30. Juni 2024 alles aus, wie vor jedem Sonntagsgottesdienst in der Scheidter Straße. Der Altar war eingedeckt und mit Blumen geschmückt, das Display zeigte das Eingangslied (Nummer 60) an und die Reihen im Kirchenschiff füllten sich zusehends. Und doch fielen den Saarbrücker Gemeindemitgliedern einige Besonderheiten auf: Viele Gäste nahmen ihren Platz in den vorderen Reihen ein, an der Orgel saß ein namhafter Organist und von einem Ehepaar hörte man regelmäßig den Satz „Herzlich Willkommen zu unserem Fest“.
Bezirksevangelist Klaus Dieter Weller leitete diesen Gottesdienst, in dem Hermine und Heinz Diesinger den Segen zu ihrer Goldenen Hochzeit empfangen sollten. Das Bibelwort stammte aus 1. Thessalonicher 4,14: „Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, die da entschlafen sind, durch Jesus mit ihm führen.“
Gottesdienst – das zentrale Element
„Was ist Auferstehung“, fragte Bezirksvorsteher Weller. Im Gegensatz zu den Wunderheilungen und Totenerweckungen, mit denen Jesus einen vorherigen Zustand wieder hergestellt habe, sei Auferstehung ein Schritt nach vorn in die ewige Gemeinschaft mit Gott. Voraussetzung dafür sei Glaube, Nachfolge und der Empfang der Sakramente. Den Zugang zum Evangelium und zu den Sakramenten hätten alle Seelen, im Diesseits und im Jenseits, erläuterte der Bezirksevangelist und verwies auf den Entschlafenengottesdienst am ersten Sonntag im Juli. Er forderte die Gemeinde dazu auf, jedem anderen dieses Heil zu gönnen.
Die Co-Predigt begann Gemeindevorsteher Priester Didier Reiser mit einem Geständnis. Er habe sich in der Vorbereitung verlesen und sei an dem Satz hängen geblieben „Mit Jesus aufstehen“ – wobei gemeint gewesen wäre „Mit Jesus auferstehen“. Dieses Versehen sei Anlass für ihn gewesen, seine Morgenroutine zu überdenken. Wie könne er den Tag mit Jesus beginnen? Der Priester gab einige Impulse für das morgendliche Zwiegespräch mit Jesus: So könne man neben Engelschutz und Gesundheit auch um Vergebungsbereitschaft, Demut und Nächstenliebe beten, also darum, Jesus ähnlicher zu werden.
Ein Segen für die Zukunft
Die Segenshandlung zur Goldenen Hochzeit wurde mit einem besonderen Musikstück eingeläutet. Klavier, Cello, Geige und Sopran rührten das Jubelpaar mit ihrem Vortrag sichtlich.
In der persönlichen Ansprache an das Ehepaar lud der Bezirksvorsteher die beiden dazu ein, nachzuspüren, was alles aus der Gnade des Herrn erlebt wurde. In Hinblick auf die Zukunft motivierte er sie, sich in guten und schlechten Tagen vorzunehmen, die Gnade zu sehen und davon zu erzählen. Dies unterstrich er mit dem Bibelvers aus Psalm 89,2: "Ich will singen von der Gnade des HERRN ewiglich und seine Treue verkünden mit meinem Munde für und für".
Der musikalische Gottesdienst fand nach dem Loblied des Gemeindechores in einem fulminanten Orgelstück, vorgetragen von Stefan Ilas, seinen Abschluss.
6. Juli 2024
Text:
Sandra Reiser
Fotos:
Sandra Reiser
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