Mehr als 100 Plätze waren in der Neuapostolischen Kirche in Saarbrücken am 29. März 2026 besetzt. Versammelt hatte sich die Fest-Gemeinde an diesem Palmsonntag, um Gottesdienst zu feiern und einen besonderen Anlass zu erleben: den Segen zur Silbernen Hochzeit eines Ehepaares, verbunden mit dem nachgeholten kirchlichen Moment ihrer vor 25 Jahren geschlossenen Ehe.
Priester Didier Reiser, Vorsteher der Gemeinde Saarbrücken, las das Bibelwort zum Gottesdienst aus Lukas 19, 36.37: „Als er nun hinzog, breiteten sie ihre Kleider auf den Weg. Und als er schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten“. Die Lesung zu Palmsonntag wurde aus Markus 11,1-11 vorgetragen.
In der Predigt führte Priester Reiser die Gemeinde gedanklich nach Jerusalem zurück; zum Einzug Jesu, der von vielen als König begrüßt und gelobt worden war. Manche hätten ihre Kleider auf dem Weg ausgebreitet, um ihm Ehre zu erweisen. Dieses Bild übertrug der Geistliche auf die Gegenwart und rief die Zuhörenden dazu auf, im übertragenen Sinne alles abzulegen, was belaste: Sorgen, Bedrängnisse und Sünden.
Der Gemeindevorsteher stellte heraus, wie die Jünger, die Jesu Wirken miterlebt hätten, ihn „mit Freuden und mit lauter Stimme“ gelobt hätten. Zugleich machte er deutlich, wie schnell diese Zuversicht ins Wanken geraten sei, als mit der Kreuzigung scheinbar alles geendet hätte. Erst mit der Auferstehung an Ostern habe sich erfüllt, was zuvor kaum jemand verstanden habe.
Jesu habe den Menschen Heil gebracht – „eine Exit-Strategie zurück zu Gott“, so Priester Reiser. Die vielen Gebote des Alten Bundes habe Jesu auf das Wesentliche zusammengeführt, nämlich die Liebe zu Gott und dem Nächsten.
Ein besonderes Ehejubiläum
Der Gemeindechor stimmte das Lied „Gott sei uns gnädig“ an, während das Jubelpaar und der Gemeindevorsteher vor den Altar traten. Auf den Tag genau vor 25 Jahren hätten Janine und Thomas sich auf dem Standesamt das Ja-Wort gegeben, leitete Priester Reiser die Ansprache zum Ehe-Jubiläum ein. Gleich drei Bibelworte gab er dem Paar mit:
Aus Prediger 4,9.10 hob er die gegenseitige Unterstützung hervor, in der Ehe wie auch im familiären Umfeld. Er betonte, dass Gott bei ihnen gewesen sei und weiterhin bleibe.
Mit dem Wort aus 2. Mose 14,14 ermutigte Priester Reiser dazu, um Glaube und Erkenntnis zu beten, um zu sehen, wie Gott helfe – sie bräuchten sich nicht zu sorgen.
Schließlich stellte er mit 1. Korinther 13,13 die Liebe in den Mittelpunkt. Dieser Bibelvers habe auch auf der Einladungskarte der beiden gestanden. Der Gemeindevorsteher erläuterte die verschiedenen Begriffe für „Liebe“, die man in der altgriechischen Sprache verwendet habe und setzte abschließend den Fokus auf den Begriff „Agape“, die selbstlose Liebe, die nicht an Bedingungen geknüpft sei, so wie Jesus sie vorgelebt habe.
Die Eheleute reichten sich nach der Ansprache die rechte Hand und empfingen den Segen des Dreieinigen Gottes zu ihrem Jubiläum.
Nach dem Gottesdienst hatten die Anwesenden Gelegenheit, ihre Glückwünsche auszusprechen und bei einem feierlichen Umtrunk noch einige Momente der Gemeinschaft zu erleben.
7. April 2026
Text:
Sandra Reiser
Fotos:
Sandra Reiser
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