Eine Premiere war das Dienen des Apostels in Saarbrücken zwar nicht – und doch kam es bisher selten vor, dass Apostel Gert Opdenplatz in Saarbrücken einen Gemeindegottesdienst hielt. Hundert Gläubige stimmten um 10 Uhr am Sonntag, den 9. November 2025, zusammen das Eingangslied „Fels des Heils, Herr Jesu Christ“ (Gesangbuch 109) an. Die Heilige Versiegelung eines Kindes verlieh dem Gottesdienst einen besonderen festlichen Höhepunkt.
Das Bibelwort zum Gottesdienst las Apostel Opdenplatz aus Lukas 19,9: „Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren“.
Drei Besuche, die das Lukas-Evangelium überliefert, stellte der Apostel heraus: Jesus bei Zachäus dem Zöllner, Jesus bei den Schwestern Marta und Maria und Jesus bei Simon, dem Pharisäer, wo er von der Sünderin gesalbt wurde. Alle drei habe Jesus mit ihrem Namen direkt angesprochen und aus allen drei Besuchen sei Heil hervorgegangen, erklärte er.
So habe Zachäus Jesus bewusst gesucht. Durch die Begegnung mit Jesus habe der Zöllner Erkenntnis über sein Verhalten gewonnen und innere Umkehr gehalten. Um Prioritäten sei es bei den Schwestern gegangen – beide habe Jesus liebgehabt; Maria habe aber „das gute Teil erwählt“, indem sie sich auf Jesu Rede fokussiert hätte. Dass vor Jesus nichts verborgen blieb, habe Simon, der Pharisäer erlebt, fuhr der Apostel fort. Dessen verächtliche Einschätzung der Sünderin, die Jesu Füße salbte, sei für den Gottessohn offenbar gewesen. Aber Jesus habe auch die große Liebe im Herz der Sünderin gesehen und sie habe Heil durch die Vergebung ihrer Sünden erfahren.
Apostel Opdenplatz setzte aus jeder der drei Begebenheiten einen Impuls. So würden sich Mensch und Gott im Gottesdienst begegnen. Die Erkenntnis „Ich muss mich ändern“ sei Sinn der Begegnung von Gott mit den Menschen, Glaube und Motivation vorausgesetzt. Weiterhin forderte er die Gemeinde dazu auf, sich im Gottesdienst nicht von Nebensächlichkeiten ablenken zu lassen. „Jetzt ist Gott hier“, betonte er. Im weiteren Verlauf mahnte der Apostel die Gläubigen, andere Gottesdienstbesucher nicht geringzuschätzen oder gar daran zu zweifeln, ob die Sündenvergebung bei anderen wirksam sei. Auch heute sei diesem Haus in Saarbrücken in der Scheidter Straße Heil wiederfahren – „nimm es mit“, schloss er.
Bischof Pascal Strobel unterstrich die Worte des Apostels in der Co-Predigt. „Man kann nie zu sehr verstrickt sein ins System der Sünde, als dass Gott uns nicht herausführen könnte.“, legte er den Zuhörenden ans Herz.
Heilige Versiegelung
Mit dem Lied „Ins Wasser fällt ein Stein“ gestaltete der Chor den Übergang zur Heiligen Versiegelung. Der Apostel sprach Lotta, die hellwach auf den Armen ihrer Mutter umherschaute, direkt an. „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein“, wandte er sich an sie. Weiterhin schloss er die Eltern und Lottas große Schwester in die persönliche Ansprache mit ein. Bei den Worten „Gott wacht über uns und liebt uns“ strahlte Lotta. "Als ob sie es verstanden hätte", lächelte der Geistliche. Die Gemeinde durfte die Spendung des Sakraments der Heiligen Versiegelung miterleben und bezeugen.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls beendete der Apostel den Gottesdienst mit Gebet und Segen. Der Gemeindechor ließ den Gottesdienst ausklingen mit dem Lied „Gut dass wir einander haben“ (Chormappe 257).
Beisammensein
An diesem Sonntag hatte es kaum jemand eilig, nach Hause zu gehen. Nach dem Gottesdienst war ein Imbiss vorbereitet, und viele blieben noch beisammen. In lebendigen Gesprächen nutzte die Gemeinde die Gelegenheit, sich auszutauschen und den Gottesdienst gemeinsam Revue passieren zu lassen.
10. November 2025
Text:
Sandra Reiser
Fotos:
Gerhard Grapp
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