Ein festlich geschmückter Altar, feierliche Musikbeiträge von Instrumental-Ensemble und Gemeindechor, eine Fotokamera in der Hand des Konfirmandenlehrers, Behälter mit Fingerfood in der Küche… Viele Hände waren im Vorfeld tätig geworden, um dem Gottesdienst in Saarbrücken einen besonderen Rahmen zu verleihen. Im Mittelpunkt standen am Sonntag, dem 11. Mai 2025 drei junge Christen, die ihren Bund mit Gott bestätigen wollten.
Kurz vor 10 Uhr nahmen Simon, Michelle und Melanie in der ersten Reihe Platz – nicht ihr Stammplatz im Kirchenschiff, aber der „Ehrenplatz“ für Konfirmandinnen und Konfirmanden. Priester Didier Reiser, Vorsteher der Gemeinde Saarbrücken, leitete den Gottesdienst, der mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Welch ein Freund ist unser Jesus“ (Gesangbuch 237) begann. Grundlage der Predigt war das Bibelwort aus Philipper 2, Vers 4: "...und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient."
Geben und Nehmen
Tenor der Predigt war der Gedanke, Gutes zu tun und sich in den Dienst Jesu zu stellen. Zu Beginn führte Priester Reiser den Kontext des Bibelwortes aus: Paulus sei in Gefangenschaft gewesen, als er den Brief an die Philipper verfasst habe. Trotz der bedrohlichen und ungewissen Situation sei ihm wichtig gewesen, den Christen zu Philippi diese Nachricht zu übersenden. Heute herrsche in unserer Gemeinde eine andere Ausgangssituation – in sicheren Verhältnissen dürfe man umsetzen, wozu Apostel Paulus damals aufgefordert habe. Das würden die drei Konfirmanden schon vorbildlich tun, lobte Priester Reiser. So brächten die Jugendlichen sich bereits aktiv in verschiedenen Bereichen wie im Gemeindedienst oder der Technik ein.
Priesterin Sandra Reiser stellte in der Co-Predigt dem Geben und Dienen das Nehmen gegenüber. Mit leeren Taschen könne man nichts geben, erklärte sie. Aus göttlicher Fülle könne man aber nehmen, was man an seine Mitmenschen weitergeben wolle und was die Seele brauche. Dazu dienten u.a. der Gottesdienstbesuch und ein inniges Gebetsleben.
Was bleibt hängen?
Zur Konfirmationshandlung begrüßte Priester Reiser die drei Konfirmanden mit persönlichen Worten vor dem Altar. Er reiste gedanklich in die Zukunft und stellte die Frage in den Raum, welche Erinnerungen sie wohl aus diesem Tag mitnähmen. Vieles würde mit der Zeit verblassen – jedoch wünschte er ihnen, dass sie sich immer an das Gefühl erinnern würden, wie Gott sich ihnen liebend zugewandt habe.
Drei ausdrückliche „Ja“ und ein einstimmiges Konfirmationsgelübde gingen der Segenshandlung voraus. Durch Handauflegung und Gebet wurde der Segen zur Konfirmation gespendet. Mit einem hörbaren Aufatmen und einem erleichterten Lächeln kehrten die drei jungen Christen im Anschluss an ihren Ehrenplatz zurück, während der Gemeindechor das Lied „Ins Wasser fällt ein Stein“ vortrug.
Gleich zwei Beiträge setzten den musikalischen Schlusspunkt des Gottesdienstes: „Einfach spitze, dass du da bist“ trugen die Kinder vor und „Gut dass wir einander haben“ (Chorbuch 357) intonierte der Gemeindechor.
Neues ausprobiert
Traditionell empfangen die Konfirmanden direkt nach dem Gottesdienst die Glückwünsche der Anwesenden. Entgegen dieser Gewohnheit widmeten die drei Protagonisten und ihre Familien sich an diesem Sonntag erst den Foto-Aufnahmen. Mit Gratulationen und Segenswünschen erwarteten die Gemeindemitglieder die drei anschließend im Foyer. Dort tauschte man sich bei einem Umtrunk und Fingerfood über das Erlebte aus und teilte die Freude über diesen Festtag.
15. Mai 2025
Text:
Sandra Reiser
Fotos:
Jörg Zschocke
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