Viele Veranstaltungen lockten am Mittwochabend, den 23. September 2026, Menschen nach Saarbrücken. Ein buntes Angebot an Konzerten, Comedy und Zirkus war in der Stadt zu finden. An einem Ort trug aber die Überschrift „Frieden“ durch den Abend: So hatten sich in der Neuapostolischen Kirche in der Scheidter Straße 200 Gläubige aus dem Bezirk Saar-Pfalz versammelt, wo Bezirksapostel Stefan Pöschel den Gottesdienst hielt.
Das Bibelwort aus Kolosser 3,15 diente als Predigt-Grundlage: „Und der Friede Christi, zu dem ihr berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar.“ Zu Beginn stellte Bezirksapostel Pöschel den Welttag des Friedens, der jährlich zum 21. September ausgerufen wird, in den Fokus. Im Anschluss an die Bibel-Lesung aus Psalm 122,1-8 setzte er die tiefe Sehnsucht der Menschen nach Frieden in Kontrast zu Konflikten unterschiedlicher Tragweite und Dauer. Der Mensch wolle von seinem Wesen her Frieden, weil Gott ihn nach seinem Ebenbild geschaffen habe. Jedoch sei Frieden unter Menschen oft brüchig, so der Bezirksapostel.
Frieden in sich selbst und mit dem Nächsten
Mit Frieden im eigenen Herzen fange es an und daraus resultierend sei auch Frieden mit dem Nächsten möglich. Vielleicht empfinde man eine diffuse Unruhe in sich selbst, deren Ursache schwer festzumachen sei. Das Bewusstmachen, dass Gott als Schöpfer und himmlischer Vater seine schützende Hand ausstrecke, könne da helfen. Auch tue es gut, im Gottesdienst den Frieden Christi, den wahren Frieden aus Gott für die Menschen zu empfinden. Dabei gelte dies nicht nur für die eigene Seele, sondern löse auch etwas in der Gemeinde oder im nächsten Umfeld aus, fuhr Stefan Pöschel fort.
„Da ist noch Luft nach oben“, sagte der Bezirksapostel mit Blick auf die Aussage des Bibelwortes: „Ihr seid dazu berufen.“ Mit anderen Worten: „Es ist eure Aufgabe!“ Frieden müsse sich entwickeln und ausbreiten – und das beginne bei der eigenen Haltung gegenüber dem Nächsten. Zum Frieden beitragen könne Demut vor Gott und das Wissen, dass er keine Fehler mache. Auch das Bewusstsein, an der Hand Gottes zu gehen, könne die Furcht vor der Zukunft nehmen und Frieden aufkommen lassen. Schließlich sei Harmonie, also das Erkennen und Sich-Einfügen in den Willen Gottes, eine Quelle des Friedens. Wenn man darüber nachdenke, dass Gottes Weg zum Heil längst geschrieben sei, sei die Dankbarkeit dafür keine Gefühlswallung, sondern eine Haltung, die durchs Leben führe. Die Aufgabe, diesen Frieden weiterzutragen, gehe weit über den Welttag des Friedens hinaus, schloss Bezirksapostel Pöschel.
Frieden durch Versöhnung
Apostel Gert Opdenplatz griff in der Co-Predigt die Sehnsucht der Menschen nach Frieden auf. Je mehr man in die Sünde hineinkäme, desto unruhiger sei es im Herzen und desto mehr ginge der Friede Christi verloren. Aber Gott könne wieder Frieden schaffen. Der Apostel verdeutlichte dies anhand eines Bildes: Man stelle sich vor, alles, was man verkehrt gemacht habe, sei in einem Schuldbrief festgehalten. Durch Jesu Opfer sei dieser Schuldbrief ans Kreuz geheftet worden – und damit sei der Weg zum Frieden frei. Zugleich sensibilisierte der Bezirksapostel dafür, alte Geschichten, die einst zu Unfrieden geführt hätten, nicht wieder hervorzuholen.
Eine Priesterin, ein Priester und eine Diakonin
Zwei Gemeinden im Bezirk Saar-Pfalz freuten sich über insgesamt drei Ordinationen. Für Dillingen wurde Diakonin Nicole Motsch als Priesterin ordiniert. Aus St. Ingbert standen Mutter und Sohn vor dem Bezirksapostel – Ulrike Vinçon wurde als Diakonin ordiniert und Diakon Maurice Vinçon empfing das Priesteramt. Einleitend zur Ordination sang der Chor das Lied „Ich liebe, Herr, dein Reich“ (CB 361). Bezirksapostel Pöschel griff das Lied auf, als er sich mit persönlichen Worten an die drei wandte, die vor den Altar getreten waren. Er verwies auf die Berufung des Petrus, den man als Mensch mit Ecken und Kanten hätte bezeichnen können. Und doch habe Jesus ihn berufen, weil er den Sohn Gottes liebte. „Hast du mich lieb?“, fragte Stefan Pöschel die drei und hob damit hervor, wie wichtig die Liebe zu Jesus Christus im geistlichen Dienst sei. Er führte aus, welche Vollmacht im jeweiligen Amt liege und schloss mit dem Hinweis, dass im Gegensatz zu Selbstbewusstsein das Sendungsbewusstsein ein guter Berater sei.
Abschied und Segenswünsche
Trotz seiner am nächsten Morgen bevorstehenden Reise zu den Gemeinden im Kaukasus nahm sich der Bezirksapostel die Zeit, sich persönlich von der Gemeinde zu verabschieden. Zugleich konnten die drei neu ordinierten Geistlichen die Segenswünsche der Anwesenden entgegennehmen.
24. September 2026
Text:
Sandra Reiser
Fotos:
Gerhard Grapp
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.
