Die Völklinger Kirche war sehr gut besucht am diesjährigen Palmsonntags-Gottesdienst: über 340 Glaubensgeschwister hatten sich auf den Weg zur Kirche gemacht. Auch die Gemeinden Dillingen, Holz, Merzig und Saar waren eingeladen sowie die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Jubiläums-Jahrgänge 1976 und 2001. Die Technik war ebenfalls im Einsatz: 130 Anschlüsse wurden per IPTV und Telefon direkt versorgt, und fast alle Gemeinden des Bezirks waren in ihren Kirchengebäuden per Bild- und Tonübertragung "live" dabei. Ein kleines Orchester sowie der Bezirkschor bildeten den musikalischen Rahmen für diesen besonderen Festgottesdienst.
Die Kinder hatten sich mit ihren Betreuerinnen und Betreuern im Vorfeld des Gottesdienstes Gedanken gemacht, wie sie - dem Palmsonntag entsprechend - die Gottesdienstbesucher begrüßen können. Sie hatten Stoffe auf den Wegen ausgelegt und begrüßten die Ankommenden mit Palmzweigen.
Der Apostel legte dem Gottesdienst die Bibelworte aus Lukas 19,35-37 zu Grunde: "Und sie brachten’s zu Jesus und warfen ihre Kleider auf das Füllen und setzten Jesus darauf. Als er nun hinzog, breiteten sie ihre Kleider auf den Weg. Und als er schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten"
Die Bibellesung (Markus 11,1-11) stellte das Palmsonntags-Geschehen aus der Sicht des Evangelisten Markus dar. Hierauf ging der Apostel zu Beginn seiner Predigt ein und betonte einen Satz der Bibellesung: "Und er ging hinein nach Jerusalem in den Tempel und er besah ringsum alles" (Vers 11). "Wir sind der Tempel Gottes" machte der Apostel der Gemeinde bewusst, und "Jesus sieht jeden Einzelnen von uns". Egal auf welche Weise sich die Menschen auf die Begegnung mit ihm vorbereitet hätten - Gott habe ausschließlich einen vollkommenen Blick der Liebe für alle, die sich ihm zuwendeten.
Christen sollen "Pusteblumen" sein
Christen sollen "Pusteblumen" sein - das heißt: den Samen des Evangeliums durch sichtbare Freude und Weitergabe des Evangeliums in die Welt tragen. Die christliche Strahlkraft leide nicht an äußeren Umständen, sondern an der Schweigsamkeit der Christen. Ohne das freudige Bekennen der Jünger gäbe es keine Kenntnis von Passion, Auferstehung und Himmelfahrt. Bekennende Christen sollten nicht "in gemütlichen Gemeinden Bestandspflege betreiben" - so der Apostel wörtlich. Durch das Weitertragen des immer wieder Empfangenen und wahrhaftes Zeugnis im Alltag werde die beste Vorbereitung auf die Wiederkunft Christi gewirkt.
In seiner Kopredigt stellte Evangelist Hans-Martin Morlok heraus, dass es dem Menschen nicht immer möglich sei, von Herzen ein "Hosianna" hervorzubringen - manchmal sei es auch - den Lebensumständen geschuldet - ein "Ächzen und Stöhnen". Beides habe seine Daseinsberechtigung. Das alte Bibelwort "Alles hat seine Zeit" (siehe Prediger 3) könne als Bedrohung, aber auch als Hoffnung empfunden werden.
Sakramente als Glaubensbekundung
In der Vorbereitung auf die sakramentalen Handlungen stellte der Bezirksvorsteher, Bezirksevangelist Klaus Dieter Weller, das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel (siehe Katechismus in Fragen und Antworten, Frage 35) in den Blickpunkt. Er empfahl den Glaubensgeschwistern, dieses Bekenntnis einmal zur Verinnerlichung laut vorzulesen. Die Sakramente sollen als öffentliche Bekundung des Glaubens wirken.
Vor der Feier des Heiligen Abendmahles spendete Apostel Opdenplatz den Segen zur Heiligen Versiegelung; die kleine Milea Jacob (Gemeinde Saar) sowie Christina Berty und ihre Tochter Michelle Stark waren hierzu vor den Altar getreten. In seinen einleitenden Worten betonte der Apostel die Bedeutung des Glaubens - so habe Jesus in der Lazarus-Begebenheit nicht gefragt "Verstehst du das" als er mit ihr über das ewigen Leben sprach, sondern "Glaubst du das?" (siehe Johannes 11,21-27).
Nach dem Gottesdienst hatten die Glaubensgeschwister der Gemeinde Völklingen für die Konfirmations-Jubilare ein paar kleine Speisen und Getränke vorbereitet. Sie sollten so die Gelegenheit haben, im Gedankenaustausch noch ein paar Augenblicke miteinander Gemeinschaft zu pflegen.
29. März 2026
Text:
Gerhard Grapp
Fotos:
Gerhard Grapp
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