Zum ersten Mal in der Geschichte des Kirchenbezirks Saar-Pfalz wird ein Gemeindeverbund aus zwei vormals selbständigen Gemeinden gegründet. Dass dies bereits in urchristlicher Zeit in ähnlicher Weise praktiziert wurde, erläuterte Apostel Gert Opdenplatz in seiner Ansprache vor der Gründung des Gemeindeverbunds.
Ein großer Tag in der Gemeinde Pirmasens: Der Apostel hatte seinen Besuch der Gemeinde am Mittwoch, den 14. August 2024 angekündigt. Der Gottesdienst wurde in alle Gemeinden des Bezirks übertragen. Es waren - neben dem Wochengottesdienst - auch Handlungen vorgesehen. Aus diesem Grund kündigte der Apostel gleich zu Beginn seiner Predigt an, dass der Predigt-Teil etwas kürzer ausfallen würde. Es sollte genügend Platz sein für die geplanten Segenshandlungen und Veränderungen, die durchzuführen waren.
Dem Gottesdienst legte der Apostel das Bibelwort aus Offenbarung 22,20 zu Grunde: "Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald. – Amen, komm, Herr Jesus!" Mit diesem Wort hatte wenige Wochen zuvor der Stammapostel in Armenien einen Gottesdienst gestaltet. Eigentlich ein Wort, das von seiner Bedeutung eher in der Adventszeit verwendet wird, aber "...was hindert's uns, mitten im Hochsommer einmal Advent zu feiern?" fragte der Apostel in die Gemeinde. Die Zuhörenden sollten sich wieder einmal von ganzem Herzen auf den wiederkommenden Gottessohn einlassen.
Nach der kurzen Predigt des Apostels bereitete Bischof Pascal Strobel die Gemeinde auf die anstehenden Segenshandlungen vor.
Heilige Versiegelung von Mutter und Kind
In der Einleitung zur Heiligen Versiegelung zitierte Apostel Opdenplatz - in Anspielung auf den Nachnamen "Kästner" der jungen Familie, die ihr Kind zum Altar gebracht hatten - einen Satz von Erich Kästner: "es gibt nichts Gutes, außer man tut es!" Als Eltern sei es immer wieder ein Bedürfnis, den Kindern Gutes zu tun. Gott tue den Menschen aber das Beste durch Gnade und Erlösung in Wort und Sakrament.
Neben der kleinen Maria Sophie hatte sich auch ihre Mutter dafür entschieden, ebenfalls das Sakrament der Heiligen Versiegelung zu empfangen und somit vollständig in die Gemeinde integriert zu werden.
Dank, Bestätigung und Auftrag
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls leitete Apostel Opdenplatz zur Gründung des Gemeindeverbunds über. Er erläuterte, dass so ein Gemeindeverbund bereits in gewisser Weise auf Hinweise in der Heiligen Schrift zurückgreifen könne. Als Beispiel nannte er die Gemeinden Kolossä und Laodizea (siehe Kolosser 4, 15-17). So wie der damalige Apostel Paulus die beiden Gemeinden um eine Art der Zusammenarbeit gebeten habe, solle es zukünftig auch zwischen Zweibrücken und Pirmasens einen liebevollen Austausch geben. Den Geistlichen der beiden Gemeinden rief er zu: "bitte füllt das Amt, das ihr empfangen habt, aus. Es ist zum Segen der ganzen Gemeinde."
Nun bat der Apostel alle Geistlichen der beiden Gemeinden Zweibrücken und Pirmasens an den Altar. Zunächst wurde der bisherige Vorsteher der Gemeinde Pirmasens, Evangelist Hans-Martin Morlok, von dieser Aufgabe entbunden. Er hatte über ein Jahr - neben seinen Aufgaben als stellvertretender Bezirksvorsteher sowie Gemeindevorsteher der Kirchengemeinde Heusweiler-Holz - auch die Gemeinde Pirmasens betreut. Danach wurden alle Amtsträgerinnen und Amtsträger der beiden bisherigen Gemeinden als Geistliche für den neuen Gemeindeverbund bestätigt. Als Vorsteher des Verbundes wurde Priester Immo Cronauer beauftragt, Priester Holger Jungknecht wurde zum stellvertretenden Gemeindevorsteher für Pirmasens ernannt.
Nach dem Gottesdienst gab es für Hans-Martin Morlok noch sehr berührende Dankesworte aus den Reihen der Gemeinde. Er bedankte sich, sichtlich beeindruckt, mit dem Versprechen, dass er immer wieder einmal versuchen werde die Gemeinde zu besuchen.
29. August 2024
Text:
Gerhard Grapp
Fotos:
Michael Scherpf
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