Zu einem besonderen Festgottesdienst waren die Glaubensgeschwister aus den beiden Gemeinden Merzig und Saar eingeladen: Apostel Gert Opdenplatz hatte seinen Besuch zum Entschlafenen-Gottesdienst am Sonntag, 2. März 2025, angekündigt. Fast 200 Glaubensgeschwister waren in der gut gefüllten Kirche versammelt, und an über 30 Empfangs-Stationen konnten weitere Teilnehmende per IPTV oder Telefon den Gottesdienst mitverfolgen.
Neben der erweiterten Liturgie zum Entschlafenen-Gottesdienst war der Vormittag vollgepackt mit weiteren Handlungen. Drei Seelen durften das Sakrament der Heiligen Versiegelung erleben, ein Diakon wurde in den Ruhestand versetzt, und zwei Priesterinnen und ein Diakon erlebten ihre Ordination.
Kurz vor dem Gottesdienst stellten die Kinder Kerzen auf die Stufen des Altars und brachten damit eine besondere Atmosphäre in den Kirchenraum. Der Apostel legte seiner Predigt das Bibelwort aus Johannes 10, 27-29 zu Grunde: "Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Was mir mein Vater gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann es aus des Vaters Hand reißen."
Jesus will - und du?
Gleich zu Beginn seiner Predigt ging der Apostel auf das von den Sängern vorgetragene Lied "Jesus will dir heut' begegnen, komm doch zu ihm" (Lieder zum Glauben, Band 2 Nr. 10) ein. Er stellte den Gottesdienst-Teilnehmenden die Frage: "Jesus will - und du?"
Passend zum Bibelwort, war auch das gemeinsam gesungene Eingangslied "Wir haben einen Hirten" (Gesangbuch Nr. 231) Grundlage für das Verständnis von Jesus. Apostel Opdenplatz arbeitete die zwei Aspekte Jesu heraus: einmal als wahrer Gott das Bild des Hirten, zum anderen als wahrer Mensch das Bild des Lammes, das der Welt Sünden trägt (vgl. Johannes 1, 29). Die Stimme Gottes als die des guten Hirten wahrzunehmen, sei die Grundlage unseres Glaubens, so der Apostel. Hierbei werde im Gegensatz zu Jesu Lebzeiten das "Folgen" nicht im Sinne einer körperlichen Nachfolge als Jünger verstanden. Vielmehr werde von Christen heutiger Zeit hierunter das Verhalten im Alltag und gegenüber dem Nächsten erwartet.
"Ich bin die Tür zu den Schafen"
In seiner Co-Prodigt ging der Bezirksvorsteher, Bezirksevangelist Klaus Dieter Weller, besonders auf den zur Ruhesetzung vorgesehenen Diakon Bodo Schütz ein. Er nahm das Wort Jesu "Ich bin die Tür zu den Schafen" (Johannes 10,7) als Beispiel und stellte mit den Worten "Bodo und Kirchentür sind eins" die über dreißigjährige Tätigkeit des Diakonen in den Mittelpunkt. Er habe beim Begrüßen an der Kirchentür für jeden ein offenes Herz und ein gutes Wort gehabt, so der Bezirksvorsteher.
Bischof Pascal Strobel wurde ebenfalls zu einer Co-Predigt gebeten - gemäß Kirchenbuch-Eintrag gehört er der Gemeinde Saar an. Mit einem Schmunzeln erzählte er, der Vorsteher der Gemeinde zähle ihn zu den aktiven Gemeindemitgliedern, wenn er wenigstens einmal alle drei Monate in die Gemeinde komme.
Sakramente und Segenshandlungen
Ein Schwerpunkt jedes Entschlafenen-Gottesdienstes ist das Gebet für die Entschlafenen, das dem Heiligen Abendmahl nach einer kurzen gedanklichen Einstimmung folgt. (der Themenflyer ist als Download beigefügt). An diesem Sonntag fand jedoch vorher noch für drei Seelen das Sakrament der Heiligen Versiegelung statt. Aus der Gemeinde Saar empfing Daniel Schütz dieses Sakrament, aus Völklingen waren die kleine Paolina Corica und aus Saarbrücken Lina-Sophie Zimmer von ihren Eltern zum Altar getragen worden.
Nach den sakramentalen Handlungen wurde Diakon Bodo Schütz in den Ruhestand versetzt. Justus Strobel aus der Gemeinde Saar empfing das Diakonenamt, und aus der Gemeinde Merzig wurden die beiden Diakoninnen Daniela Rudolph und Silvia Weller ins Priesterinnen-Amt ordiniert. Der Apostel gab den Geistlichen zu diesen besonderen Augenblicken das Bibelwort aus 1. Korinther 15, 51 und 52 mit. Es solle sie zukünftig an ihrer Ordination im besonderen Zusammenhang mit dem Entschlafenen-Gottesdienst erinnern.
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