Der Besuch von Apostel Gert Opdenplatz in der Gemeinde St. Ingbert war ursprünglich bereits für den März des Jahres 2026 geplant - damals war der Apostel wegen eines Autobahnstaus verhindert. Am Mittwoch, den 20. Mai konnte der Besuch nachgeholt werden. Und zum besonderen Segen für die Gemeinden Holz und Saarbrücken ordinierte der Apostel während des Gottesdienstes zwei Priesterinnen und eine Diakonin.
Als Grundlage für den Gottesdienst diente das Bibelwort aus Epheser 4,10: "Der hinabgefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit er alles erfülle." Hieraus entwickelte sich das zentrale Thema der Predigt: Christus, der „hinabgefahren“ und „aufgefahren“ ist, erfüllt alles.
Die Fülle Christi – Gegenwart im Diesseits und Jenseits
In seiner Predigt verdeutlichte der Apostel, dass Christus als wahrer Gott und wahrer Mensch die gesamte Wirklichkeit durchmesse – von den „untersten Örtern der Erde“ bis zu den „höchsten Himmeln“. Diese Bilder beschrieben keine geografischen Orte, sondern die allumfassende Gegenwart Gottes. Christus wirke im Diesseits wie im Jenseits und bringe Heil für alle Menschen.
Dabei sei Christus nicht gekommen, um alles Leid der Welt aufzuheben, sondern um das ewige Heil zu schenken. Seine Größe übersteige alles Vorstellbare – und zugleich finde er Raum im Herzen jedes einzelnen Menschen. Die Gemeinde wurde eingeladen, diese Gegenwart ganz persönlich zuzulassen.
Ämter als Gabe Christi
Aus dieser Fülle heraus entstünden auch die Ämter in der Kirche. Christus selbst sei das Haupt der Kirche und berufe Menschen in verschiedene Dienste zum Aufbau und zur Stärkung der Gemeinde. Nicht der Mensch dürfe im Mittelpunkt stehen, sondern Christus; Personenkult werde ausdrücklich zurückgewiesen, so der Apostel. Er würdigte hierbei die Ordination von Frauen als Zeichen kirchlicher Entwicklung und als Ausdruck göttlicher Führung.
Das Felsenamt – gegründet auf Christus
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem sogenannten Felsenamt, das seinen Ursprung im Bekenntnis des Apostels Petrus hat. Nicht menschliche Stärke, sondern die Offenbarung Gottes bilde das Fundament der Kirche. Entscheidend für jedes Amt sei die Liebe zu Christus – sie gebe Halt und verbinde die Gemeinde.
Im HInblick auf den bevorstehenden Pfingstgottesdient und den dort geplanten Wechsel im Stammapostelamt rief Apostel Opdenplatz die Gemeinde auf, den künftigen Stammapostel im Gebet zu begleiten und ihm im Vertrauen und in der Fürbitte einen guten Start in seine neue Verantwortung zu gewähren.
Gottes Liebe als Maßstab
Bischof Pascal Strobel vertiefte in seiner Co-Predigt die Gedanken mit Blick auf das Pfingstfest. Er erinnerte daran, dass Gottes Handeln von Liebe geprägt sei – nicht von Strafe oder Vergeltung. Besonders im Neuen Testament werde diese Liebe in Jesus Christus sichtbar. Daraus ergebe sich ein klarer Maßstab für das eigene Leben: Worte und Taten sollten von dieser Liebe geprägt sein.
Die Gemeinde wurde ermutigt, sich selbst zu prüfen und notwendige Veränderungen nicht aufzuschieben. Versöhnung, Umkehr und die Annahme der Gnade Gottes stehen im Zentrum des Glaubenslebens.
Leben aus der Gnade
In seiner Ansprache zur Ordination gab Apostel Opdenplatz den Seelsorgerinnen das Bibelwort aus Johannes 1,16 mit auf den Weg: "Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade." Diese Zusage gelte allen Gläubigen, insbesondere aber den drei Glaubensschwestern, die sich zum Seelsorgedienst bereiterklärt haben.
Für die Gemeinde Holz wurden Ute Morlok zur Priesterin und Celine Rohrbacher zur Diakonin ordiniert, die Gemeinde Saarbrücken erhielt durch die Ordination von Alexandra Fries eine weitere Priesterin zur Stärkung des Ämterkreises.
21. Mai 2026
Text:
Gerhard Grapp
Fotos:
Gerhard Grapp
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