Was haben Bücher, das Technische Hilfswerk (THW) und die Kirche gemeinsam? Augenscheinlich nichts, und doch Einiges. Immo Cronauer, Priester und Vorsteher der Gemeinde Zweibrücken, erläuterte die Zusammenhänge im Konfirmationsgottesdienst 2025.
„So, wir üben das jetzt noch mal zusammen…“, meinte Priester Cronauer, als er mit den drei Konfirmanden in der Sakristei das Konfirmationsgelübde ein letztes Mal vor dem Betreten des Kirchenschiffs aufsagte. Hannah, Mona und Phil saßen an der langen Seite des Tisches, ihnen gegenüber die Diakon:innen und Priester. Der Vorsteher mit Bibel und Katechismus vor sich am Kopfende. Hinter ihm das Bild des Stammapostels an der Wand. Eine gewöhnliche Situation für die Geistlichen in der Sakristei, für die drei jungen Christen eine vollkommen neue Situation. Die Aufregung stieg langsam bei allen spürbar an. Ein „letzter“ Wunsch: Können wir noch mal zur Toilette? Dann das gemeinsame Gebet vor dem Beginn des Gottesdienstes.
Zusammen mit den Geistlichen der Gemeinde betraten die Konfirmanden das Kirchenschiff. In festlicher Atmosphäre begleiteten rund 120 Gemeindemitglieder, Gäste, Orgel und Orchester den Eingang mit dem Gesangbuchlied „Herr, mein Leben, es sei dein“. Grundlage für den Gottesdienst bildete die Bibelstelle aus Philipper 2, Vers 4: „[…] und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.“
Ein Gottesdienst für die Konfirmanden
Zu Beginn seiner Predigt stellte Priester Cronauer klar, dass dies ein Konfirmationsgottesdienst werden würde; nicht „nur“ ein Gottesdienst mit Konfirmation. Es solle auch in der Predigt das besondere Gepräge dieses Sonntagmorgens spürbar werden. Ein Gottesdienst für die Konfirmanden.
Unter Schmunzeln der Gemeinde stellte er die Hobbys der Konfirmanden kurz vor: der eine beim THW, die andere Fußball-Fan, und eine versinkt förmlich in ihren Büchern. Bei all diesen unterschiedlichen Hobbys ließen sich verschiedene Gemeinsamkeiten feststellen, die sinngemäß auf das Glaubensleben übertragen werden können. Niemand lebe ausschließlich für seine Hobbys. Priester Cronauer ging darauf ein, dass während man gerne Zeit für seine Hobbys verwendet, man trotzdem den Kontakt zu Freunden erhält, man weiterhin isst, trinkt und schläft. „Sollte es so nicht auch mit der Kirche sein?“, meinte er. Neben den Verpflichtungen des Alltags in allen Altersstufen und Lebenssituationen gibt es zusätzlich zu Hobbys, Freunden und Familie immer noch ausreichend Zeit, sich mit Gott und dem persönlichen Glauben zu beschäftigen.
Zum Glauben bekennen
„Mein Ziel im Unterricht war immer, dass ihr wisst, zu was ihr euch bekennt“, leitete Elena Cronauer, Diakonin und Konfirmandenlehrerin, ihren Predigtbeitrag ein. Am Anfang des Unterrichts stellte sie einmal die Frage, ob die Konfirmanden denn glauben könnten, was gerade im Unterricht besprochen wurde. Eine Antwort darauf blieb ihr bis heute im Gedächtnis: „Ich bin ja jetzt hier im Unterricht, um herauszufinden, ob ich das glauben kann.“ Man könne wohl davon ausgehen, dass die drei sich tatsächlich zu dem Glauben bekennen wollen, ansonsten wären sie nicht zur Konfirmation gekommen, meinte Diakonin Cronauer.
Jesus ist die Antwort
Eine weitere Gemeinsamkeit der vorher erwähnten Hobbys sei auch, dass sie nicht alleine ausgeübt werden können. Wer beim THW ohne die anderen zum Einsatz fährt, könne keine wirkliche Hilfe sein. Und allein im Fußballstadion wäre die Stimmung bestimmt auch nicht gut. Um die Gemeinschaft mit Gott und Jesus Christus intensiv erleben zu können, müsse man eben auch regelmäßige Gemeinschaft in der Kirche mit den anderen Gläubigen suchen. Dies sei ein wichtiger Bestandteil des christlichen Glaubens. Wenn die Konfirmanden also in der kommenden Zeit sich im Glauben unsicher fühlten oder Unterstützung bräuchten, seien alle Geistlichen und die Gemeinde weiterhin für sie da. „Das endet nicht einfach so mit der Konfirmation“, meinte die Diakonin weiter. Und wenn sie sich einmal unsicher seien, wie und ob sie etwas Gutes für ihre Nächsten tun können, sollten sie sich einfach fragen: Was hätte Jesus jetzt getan? Hierzu gab sie den Konfirmanden ein Zitat mit auf den Weg: „Egal, wie die Frage war: Jesus ist die Antwort“.
12. Mai 2025
Text:
Jonas Möller
Fotos:
Jonas Möller
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