Eher selten befasst man sich im Alltag mit den Begebenheiten aus dem Alten Testament. Im Gedächtnis sind sie vielleicht dem einen oder anderen noch aus der Sonntagsschule oder dem Religionsunterricht – für die meisten ist das lange her. So setzte Bezirksapostel Rainer Storck im Gottesdienst am Mittwoch, dem 12. Juni 2024, einen besonderen Fokus: Bibelkunde.
320 Gläubige hatten sich in der Neuapostolischen Kirche in Völklingen versammelt, wo Bezirksapostel Storck diesen letzten Gottesdienst im Bezirk Saar-Pfalz vor seiner geplanten Ruhesetzung hielt. Das Bibelwort stammte aus 1. Könige 17,16: "Das Mehl im Topf wurde nicht verzehrt, und dem Ölkrug mangelte nichts nach dem Wort des HERRN, das er geredet hatte durch Elia." Eine Bibellesung führte die Gemeinde in das Geschehen um Elia und die Witwe von Sarepta ein (1. Könige 17,10-16).
Die Essenz in vier Punkten
In seiner gewohnt klar strukturierten Art verdeutlichte der Bezirksapostel verschiedene Aspekte der Begebenheit:
Als Christ habe man nicht das Privileg, vor schlechten Dingen verschont zu bleiben. Auch Elia musste durch die Hungersnot hindurch.
Eine der Grundlagen christlichen Glaubens sei es abzugeben an die, die weniger hätten – nicht nur in Form natürlicher Dinge, sondern auch durch Unterstützung mit individuellen Gaben und Fähigkeiten. Auch wenn die Witwe nicht viel hatte, habe sie das geteilt, was da war.
„Kann man von mir verlangen, Böses mit Gutem zu vergelten?“ Anhand dieser Frage stellte Rainer Storck heraus, dass es manchmal schwer sei, nach christlichen Werten zu leben. Und doch spende Gott geistlichen Segen, wenn man es tue: durch sein Wort, durch die Apostel in den Sakramenten, durch die Sündenvergebung und durch die Zusage einer Zukunft für die Seele. Die Witwe habe erlebt, wie Gott segnet.
Bezirksapostel Storck bezog sich weiter auf den Fortgang des Geschehens zu Sarepta (1. Könige 17,17-24), das den Tod und die Wiederauferweckung des Sohnes der Witwe beschreibt. Dazu verglich er die Gemeinde mit der Mutter und den Sohn mit denen, die den Glauben verloren hätten. Er forderte dazu auf, sie sinnbildlich in die Gebetskammer zu bringen und darum zu bitten, dass wieder Glaubensleben einkehren möge. „Beten wirkt! Gott kann auch hier segnen!“, schloss der Kirchenpräsident die Predigt.
Apostel Gert Opdenplatz bereitete die Feier des Heiligen Abendmahls vor. Damals hätte für einen Jungen, eine Frau und einen Propheten Mehl und Öl so lange gereicht, bis der Regen kam. Sogar über Jahrtausende schon begleite Brot und Wein in Form des von Jesus eingesetzten Abendmahls die Christen, das werde so bleiben bis zur 1. Auferstehung.
Die musikalischen Beiträge trug der Bezirkschor Saar-Pfalz unter der Leitung von Silvia Weller und Thomas Schmitt vor. Dabei kamen auch ein Frauen- und ein Männerchor zum Einsatz.
Abschied und Dank
Gleich drei Abschiedsgrüße gab man dem Bezirksapostel mit, der den Bereich Westdeutschland seit Februar 2018 betreute und dessen Ruhesetzung für den 23. Juni 2024 vorgesehen ist:
Apostel Opdenplatz dankte ihm mit einem Wort aus Ruth 2,12: "Der HERR vergelte dir deine Tat, und dein Lohn möge vollkommen sein bei dem HERRN, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, dass du unter seinen Flügeln Zuflucht hättest."
Stellvertretend für den Bezirk überbrachte Bezirksvorsteher Klaus Dieter Weller Dankesworte und überreichte, nicht ohne ein Augenzwinkern, Rainer Storck ein Buch mit ergänzender „NAK-Edition“ als Anregung für künftige Reiseziele im Südwesten Deutschlands.
Die Kinder setzten den Schlusspunkt mit der Übergabe eines Kissens, das er künftig für seinen Mittagsschlaf nutzen werde, so der Bezirksapostel.
13. Juni 2024
Text:
Sandra Reiser
Fotos:
Lars Hedrich
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